
Ein Raum für Dich …
Gewaltfreie Kommunikation + Trauma Adventskalender 2025
Der Beitrag heute ist von Diane Lüning von Muutos e.V. „Ich freue mich, Menschen zu verbinden und Orte zu schaffen, an denen Perspektiven zusammenkommen und Netze entstehen. Ich freue mich sehr darüber, dass hier Menschen gemeinsam diesen Raum gestalten – Menschen, die auf ihre eigene Weise zu Heilung, Bewusstheit und gesellschaftlichem Wandel beitragen und sich mit sehr ähnlichen individuellen und kollektiven Themen beschäftigen.“

Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort
Dort begegnen wir uns
„Was hat dich so berührt, dass du dein Leben (auch) dem Thema Trauma widmest?“
In meinem heutigen Türchen erzähle ich von meiner Sehnsucht, wirklich okay zu sein, wie ich bin – angenommen und berührbar, ohne Schutzschichten.
Und ich teile, warum genau diese Sehnsucht mich auf meinen Weg mit Trauma geführt hat – dorthin, wo GFK allein mich nicht mehr weitergebracht hat.
Wenn du diesen inneren Ort mit mir besuchen möchtest, diesen „Ort jenseits von richtig und falsch“, dann schau gern mein Video an.
Für mich hat alles mit einer tiefen Sehnsucht begonnen. Der Sehnsucht danach, okay zu sein. So wie ich bin. Nicht nur mit meinen schönen Seiten, meinen Fähigkeiten und dem, was ich gut kann, sondern auch mit meinen Unzulänglichkeiten. Mit den Schatten, mit dem, was mir schwerfällt, mit dem, was ich nicht hinkriege. Mit allem.
Damals habe ich einen Satz von Manitonquat gelesen: „Jedes Lebewesen hat das Recht, so zu sein, wie es ist, und so zu leben, wie es glücklich ist.“ Dieser Satz war ein Leitstern für meine Sehnsucht.
Ich habe mich dann auf die Suche nach dieser Qualität gemacht. Ein wenig habe ich sie zuerst in Psychotherapie gefunden und gleichzeitig gab es dort sehr viel Analysieren, Diagnosen, Schubladen.
Dann habe ich die Gewaltfreie Kommunikation entdeckt. Da ging es nicht mehr darum, wer etwas falsch macht oder wer sich wie verhalten sollte. Sondern um Gefühle und Bedürfnisse.
Ich habe angefangen, mit mir selbst so umzugehen. Es war eine große Erleichterung, nicht mehr ständig an mir herumzuanalysieren, sondern einfach nur noch zu schauen “um welche Bedürfnisse geht es?”. Ich habe dann auch gemerkt, wie schön es ist, auch mit anderen Menschen so umzugehen – und wie dadurch Räume entstehen, auf die das Rumi-Zitat genau passt: „Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Dort begegnen wir uns.“
Ich habe immer wieder erlebt, dass es funktioniert. Menschen fangen an, sich zu zeigen. Mit dem, was sie fühlen und mit dem, was gerade ihr Leben schöner machen würde. Ich kann mich auch so zeigen – wirklich mit allem. Nicht nur an der Oberfläche, sondern immer mehr in meinem tiefen Kern. Dadurch entsteht Nähe, Intimität, eine hohe Qualität von Kontakt, die ich so sehr schätze.
Die habe ich dann auch in einer nahen Beziehung mit einem Mann gelebt. Dabei habe ich gemerkt: Ich komme immer wieder voll an meine Grenzen. Es war, als würde ich immer wieder die gleiche Rutsche runterrutschen: in bestimmten Situationen immer wieder in denselben Schmerz, immer wieder in dasselbe Alte.
Zu dem Zeitpunkt war ich schon länger GFK-Trainerin. Ich habe viel mit GFK daran gearbeitet, wusste genau, um welche Bedürfnisse es geht, bin mit ihnen in die Fülle gegangen, habe alles gemacht, was aus der GFK-Perspektive hilfreich ist.
Trotzdem bin ich immer wieder – zack – in diesen alten Schmerz gekommen.
Dann habe ich angefangen, mich auch mit Entwicklungstrauma zu beschäftigen. Genau das wurde für mich zu einem entscheidenden Schlüssel.
Wir leben gerade in einer Meta-Krise, die nur verwandelt werden kann, wenn auch die Stimmen derer hörbar werden, die durch Trauma gegangen sind. Gewaltfreie Kommunikation und das Wissen um Trauma tragen die Kraft, unsere Welt zu verändern – und dein Licht trägt dazu bei, dass dieser Wandel möglich wird.
Diane und das Team von Muutos e.V.