Der Beitrag heute ist von Thomas Stelling. „Uns verbindet, dass wir uns beide mit den Schnittstellen von GFK und Trauma beschäftigen. Ich mag, wie Thomas in seinem Podcast gewaltfreie Haltung und echte Augenhöhe lebendig macht. Und ich schätze, wie er Themen wie Polarisierung als kollektives Trauma-Symptom in die Welt bringt und damit zum Wandel beiträgt.“ Diane von Muutos e.V.

„Was hat dich so berührt, dass du dein Leben (auch) dem Thema Trauma widmest?“ 

Da fallen mir drei Aspekte ein:

1. Die Empathie für mich, die ich vor 20 Jahren aus den Lektüre über Kriegskinder gewann. Meine Eltern sind Jahrgang 1926 und 1933 und insbesondere ihr Umgang mit Emotionen hat sich natürlich auch (unbemerkt) auf mich übertragen.

2. Eine Reise nach Ausschwitz 2017 mit einer Gruppe (Witnessing in Empathy), die den Schwerpunkt aufs Fühlen und Bezeugen legte, zeigte mir welche Liebe aus der Auseinandersetzung mit Schatten erwachsen kann. Mit den Menschen dieser Gruppe bin ich bis heute noch besonders verbunden.

3. Besonders die therapeutische Auseinandersetzung mit meiner Mutter, die übrigens im Januar 2025 91-jährig verstorben ist, hat mir immer näher gebracht, wie viel Schutz und Unverbundenheit ich fürs Überleben gebraucht habe. Ich lernte, dass nicht nur die Erfahrung von körperlicher Gewalt traumatisierend ist, sondern auch (körperliche und emotionale) Vernachlässigung. So schön, dass ich meine Mutter durch meine eigene Traumaarbeit, letztlich so viel liebevoller bei Ihrem Sterben begleiten konnte.

Thomas Stelling

Wir leben gerade in einer Meta-Krise, die nur verwandelt werden kann, wenn auch die Stimmen derer hörbar werden, die durch Trauma gegangen sind. Gewaltfreie Kommunikation und das Wissen um Trauma tragen die Kraft, unsere Welt zu verändern – und dein Licht trägt dazu bei, dass dieser Wandel möglich wird.

Diane und das Team von Muutos e.V.

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